Niedergeschlagenheit - Winterdepression - Depression

Umwelt
Mentale Gesundheit
Autor:in

Anette Pohlmeier

Veröffentlichungsdatum

1. Februar 2025

Trübes Wetter, dunkle und nass-kalte, neblige Wintertage ohne Sonne schlagen bei vielen Menschen auf die Stimmung. Depressionen sind häufig, ca. 5 % der Bevölkerung sind aktuell und ca. 16–20 % mindestens einmal in ihrem Leben von einer Depression betroffen. Von saisonal bedingter Depression (auch Winterdepression genannt) wird gesprochen, wenn sich Symptome einer depressiven Episode ausschließlich und wiederholt zu einer bestimmten Jahreszeit, typischerweise im Herbst und Winter, zeigen. Die Symptome sind, wie bei den vielen anderen Depressionsformen (z.B. unipolare-, Alters-, endogene-, exogene-, oder Wochenbettdepression) sehr vielfältig. Die Stimmung ist gedrückt, die Betroffenen empfinden weder Freude noch andere Gefühle, sie fühlen sich leer und gefühlstot. Der Antrieb ist vermindert, das Interesse an sozialen Kontakten, Arbeit und Hobbys wird durch die bestehende Müdigkeit gedämpft. Meist bestehen starke Selbstzweifel, Schuldgefühle und Selbstvorwürfe, Konzentrationsstörungen, Gedankeneinengungen und Schlafstörungen. Für die Angehörigen ist schwer zu ertragen, dass eine erhöhte Reizbarkeit bei Patienten/tinnen vorliegen kann und gleichzeitig eine Verarmung der Emotionen mit Gleichgültigkeit. Manische Phasen kommen bei einer bipolaren Depression vor und wechseln sich mit depressiven Episoden ab. Typische Merkmale einer Manie sind ein übermäßiges Hochgefühl, überdrehtes Verhalten und Maßlosigkeit. Die Aufforderung „reiß dich mal zusammen“ kann einem depressiven Menschen nicht helfen, weil die Depression maximal stresst und Unmengen an Energie erfordert. Sehr oft kommt es zu körperlichen Symptomen, oft auch diffusen Schmerzen. Das bedeutet aber nicht, dass die Schmerzen „eingebildet“ sind, sondern nur, dass sich die Depression in körperlicher Form äußert. Die Ursachen der Depression sind vielfältig und werden je nach medizinischem Fachgebiet unterschiedlich bewertet. Man geht davon aus, dass biologische Vorgänge (Erbanlagen), psychische (belastende Ereignisse) und soziale Faktoren (schwere Lebensumstände), die persönliche Situation und besondere Ereignisse im Leben (Erkrankungen) dabei zusammenwirken. Die gute Nachricht ist, dass Depressionen heilbar sind. Die Winterdepression ist gut durch Lichttherapie oder Bewegungen im Freien, wie Radfahren, Joggen und lange Spaziergänge beeinflussbar. Auch schwere Depressionen lassen sich durch psychotherapeutische Behandlung und / oder Medikamente gut behandeln. Dabei werden Medikamente gegeben, die vor allem Serotonin, das als Glückshormon gilt, im Blut und vor allem im Gehirn erhöhen (SSRI).

Erste Hilfe bei Depressionen und Suizidgedanken erhalten Sie bundesweit bei der Telefonseelsorge unter 0800-1110111 (evangelisch), 0800-1110222 (katholisch) und 116123. Sie können dort anonym, kostenlos und rund um die Uhr anrufen.

Dinge, die Freude machen, Kontakt zu den Mitmenschen, gute Partnerschaften, Hobbies, Vereine, regelmäßige Tätigkeiten können einer Depression vorbeugen. Also: Fasnacht feiern mit anderen reden, lachen und Gemeinschaft erleben.